Berlin,

Der Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA) begrüßt die heutige Einigung der EU-Mitgliedstaaten zum Abschluss des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay ausdrücklich als wichtigen Schritt für die europäische Außenwirtschaft und die strategische Positionierung Europas in einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft.
Nach über zwei Jahrzehnten Verhandlungen ist der Weg für die Unterzeichnung eines der größten Freihandelsabkommen weltweit nun frei. Das Abkommen schafft eine Freihandelszone mit über 700 Millionen Menschen und eröffnet europäischen Unternehmen neue Perspektiven in Lateinamerika – insbesondere in den Bereichen Industrie, Maschinenbau, Energie, Agrartechnologie und Dienstleistungen.
Der BWA sieht in der Einigung nicht nur einen wirtschaftspolitischen, sondern auch einen geopolitischen Meilenstein. Der Verband begleitet die wirtschaftlichen Beziehungen zu den Mercosur-Staaten seit mehr als zwei Jahrzehnten aktiv im Rahmen seiner Wirtschaftsdiplomatie. In dieser Zeit wurden belastbare Netzwerke, institutionelle Partnerschaften und direkte Unternehmenskontakte aufgebaut, von denen die Mitgliedsunternehmen des BWA nun in besonderem Maße profitieren können.
Michael Schumann, Vorstandsvorsitzender des BWA, erklärt dazu:
„Das Mercosur-Abkommen ist mehr als ein Handelsvertrag – es ist ein Signal, dass Europa auch in Zeiten geopolitischer Spannungen zur Kooperation, zur Offenheit und zu regelbasierter Partnerschaft fähig bleibt.“
Schumann betont zugleich die strategische Bedeutung des Abkommens für Europas globale Rolle:
„Europa braucht wirtschaftliche Allianzen jenseits klassischer Machtblöcke. Mercosur ist ein Partner auf Augenhöhe. Dieses Abkommen stärkt Europas Handlungsfähigkeit, Diversifizierung und politische Glaubwürdigkeit in einer multipolaren Weltordnung.“
Mit Blick auf die eigene Verbandsarbeit ergänzt Schumann:
„Der BWA hat über viele Jahre hinweg vertrauensvolle Beziehungen zu den Mercosur-Staaten aufgebaut. Unsere Mitgliedsunternehmen verfügen dadurch heute über gewachsene Netzwerke, Marktzugänge und institutionelle Kontakte, die ihnen nun einen echten strategischen Vorteil verschaffen.“
Der BWA unterstreicht, dass die nun folgende Phase der Ratifizierung und Umsetzung entscheidend sein wird. Dabei müssten sowohl wirtschaftliche Chancen als auch soziale, ökologische und agrarpolitische Interessen ausgewogen berücksichtigt werden.
„Freihandel ist kein Selbstzweck, sondern ein Instrument für Stabilität, Wohlstand und partnerschaftliche Entwicklung. Entscheidend ist, dass Europa diesen Weg konsequent, glaubwürdig und strategisch weitergeht“, so Schumann abschließend.

