Strukturwandel in der Lausitz hat schon längst begonnen

Vertreter des Brandenburger Energieministeriums spricht im Wirtschaftsclub Cottbus/Lausitz

Cottbus, 9.11.2017

Der Strukturwandel in der Lausitz ist ein Thema, das in den letzten Monaten rasant an Bedeutung gewonnen hat. Beim Wirtschaftsclubabend Ende Oktober im Gebäude des Landesbergbauamtes in Cottbus befassten sich die BWA-Mitglieder mit diesem Thema. Der Referent der Veranstaltung war Dr. Klaus Freytag, Abteilungsleiter Energie im Brandenburger Ministerium für Wirtschaft und Energie. Der Ministeriumsmitarbeiter stellte dar, dass sich die Lausitz bereits in den letzten 27 Jahren im Wandel befindet. Er machte das an Zahlen fest. Bereits jetzt wird im Land Brandenburg mehr Strom aus erneuerbaren Energie hergestellt als aus konventionellen Energieträgern. Aus Braunkohle werden 4409 Megawatt Strom erzeugt. Dazu kommen noch 733 Megawatt aus Erdgas und 577 Megawatt aus sonstigen Quellen. Im Land produzieren allein 3604 Windkraftanlagen 6363 Megawatt Strom, dazu kommen noch 3270 Megawatt aus Solaranlagen und 432 Megawatt aus Biomasseanlagen. Damit hat das Land Brandenburg eine führende Rolle bei den erneuerbaren Energien in der Bundesrepublik. Rund 60 % des Stroms exportiert Brandenburg, darunter 20% erneuerbare Energien. Der Stromverbrauch im Land ist von 2004 nur geringfügig gestiegen. Mehr als 10 % Zuwachs gab es bei der Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen. „Wir sind sehr weit in der Stromwende. Der im Land verbrauchte Strom wird zu 73,5 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen und nur zu 16.5 Prozent aus konventionellen Ressourcen“, betonte der Redner. Freytag stellte den Maßnahmekatalog der Landesregierung zur effizienteren Energienutzung vor. Angestrebt werden eine effiziente CO 2-arme konventionelle Strom- und Wärmeerzeugung, intelligente Stromübertragungssysteme und eine moderne Verteilung und Speicherung von Energie.

Nach dem Vortrag wurde diskutiert, dass es trotz aller bisherigen positiven Entwicklungen großer Anstrengungen bedarf, um den Strukturwandel der Lausitz zu meistern, sodass die Region nach dem Ende für die Braunkohle für die Zukunft gerüstet ist. Beschlossen wurde, dass der BWA-Landesverband einen Brief an alle Bundestagsabgeordneten mit der Bitte um Unterstützung für die Entwicklung der Lausitz verabschiedet.

Dr. Klaus Freytag, Abteilungsleiter Energie im Brandenburger Wirtschaftsministerium, sprach an einem Wirtschaftsclubabend zum Strukturwandel in der Lausitz.