BWA veranstaltet Symposium zum Thema „Urban Mining“

Berlin, 29.10.2011

Unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Prof. Dr. Annette Schavan lud die Kommission „Innovation“ des Bundesverbands für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA) am 28.10.2011 zu einem Symposium zum Thema „Urban Mining“ ein, das den Beginn einer Veranstaltungsreihe zum Thema „Zukunftsfragen und -technologien am Standort Deutschland“ markiert. Vier Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft referierten und diskutierten im Berliner Ludwig Erhard Haus und vermittelten den rund 60 interessierten Gästen die Notwendigkeit, dicht besiedelte Gebiete angesichts der Verknappung und Abhängigkeit von Rohstoffen als Reservoir von Ressourcen zu begreifen und auszuschöpfen.

BWA-Vizepräsident und Leiter der Kommission Innovation Stefan Albani

 

Als Referenten hatte der BWA Dr. Volker Steinbach, Leiter Deutschen Rohstoffagentur (DERA) und der Abteilung „Energierohstoffe, Mineralische Rohstoffe“ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover, Dr. Michael Angrick, Leiter des Fachbereichs III „Nachhaltige Produktion und Produkte, Abfallwirtschaft“ im Umweltbundesamt in Dessau, Dr. Rainer Schnee, Direktor Innovation und New Business Development, der Chemischen Fabrik Budenheim KG, Budenheim und Gunnar Assmann, Leiter des Bereichs Bioenergie, Energieeffizienz und Wertstoffrecycling der Eurawasser Aufbereitungs und Entsorgungs GmbH Berlin gewinnen können. Nach einer Einleitung von Kommissionsleiter und BWA-Vize-Präsident Stefan Albani folgten die Einzelvorträge. In einer Podiumsdiskussion stellten sich die Experten abschließend den Fragen der Teilnehmer.

Dr. Steinbach stellte die Bedeutung von Rohstoffexploration heraus und wies auf die staatliche Unterstützung dafür hin, er mahnte auch zu einer gesellschaftlichen Akzeptanz, da auch Urban Mining auf absehbare Zeit den Rohstoffbedarf Deutschlands nicht decken könne. Dr. Angrick stelle den Ressourcenschutz in den Mittelpunkt seines Vortrags. Dabei brauche es auch ein Umdenken von einem reinen endgültigen Verbrauch hin zu einem Kreislauf. Das Bewusstsein, wie ein Produkt in den Rohstoffkreislauf zurückgegeben werden kann, müsse bereits den Entstehungsprozess leiten. Aus der Praxis berichteten Dr. Schnee, der ein eigens vom langjährigen BWA-Mitglied Chemische Fabrik Budenheim KG entwickeltes Verfahren vorstellte, durch das Phosphat und weitere Rohstoffe aus Klärschlamm gewonnen werden können. Herr Assmann von der Eurawasser bemängelte anschließend, dass sich nachhaltige Ressourcennutzung oft wirtschaftlich nicht lohne und zeigte unter verschiedenen Möglichkeiten eines effizienten Einsatzes von Ressourcen wie z.B. industrielle Abwärme zur Energieerzeugung genutzt werden kann. In Zukunft wird Kreativität in der Nutzung seltener Ressourcen an Bedeutung zunehmen, so das Fazit des Symposiums.

(v.l.n.r.) Stefan Albani, Gunnar Assmann, Dr. Rainer Schnee, Dr. Michael Angrick, Dr. Volker Steinbach, Ingo Hoppe (Moderator der Veranstaltung)

Diese erste Veranstaltung wurde von der BWA-Fachkommission „Innovation“ organisiert. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es durch eine intensive Beschäftigung mit relevanten sowie aktuellen Zukunftsfragen und -technologien Chancen und Potenzial für den Standort Deutschland und die deutsche Außenwirtschaft herauszuarbeiten. Dieser fundierte Hintergrund bietet die Grundlage für den Dialog zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, den der BWA kontinuierlich vertieft.